Didaktik und Geschichte der Mathematik

Multimodalität beim mathematischen Arbeiten von Lernenden mit potenzieller Begabung

In psychologischen Modellen wird sprachliche Gewandtheit als ein Merkmal von überdurchschnittlich intellektuellen Fähigkeiten und damit als Merkmal von Begabung herausgestellt (u.a. Renzulli, 1978). Versteht man Sprache multimodal, also als Zusammenspiel verschiedener Ausdrucksmodi wie Lautsprache, Gesten, Handlungen und schriftlichen Darstellungen, ermöglicht die Erforschung des mathematischen Tätigseins von potenziell begabten Lernenden im Vergleich zur altersgleichen Lerngruppe Einsichten in die situative Gestaltung mathematischer Interaktionen. Bestehende Forschungen legen die Bedeutung verschiedener Ausdrucksmodi als Teil des mathematischen Darstellungsrepertoires nahe. Gleichzeitig wird Kindern mit potenzieller mathematischer Begabung ein hohes Niveau des eigenständigen und flexiblen Repräsentationswechsels, der Erzeugung von Darstellungen, des Blicks für mathematische Zusammenhänge und Strukturen und der Fähigkeit zur Verallgemeinerung zugeschrieben. Dabei ist die Möglichkeit der Begabungsentfaltung abhängig von dem allokativ bereitgestellten Lernangebot. Langfristig sollen aus den gewonnenen Erkenntnissen geeignete Fördermöglichkeiten zur gewinnbringenden Nutzung der Multimodalität beim Mathematiklernen aller Kinder abgeleitet werden.

Forschungsfragen sind u.a.:

  • Wie gestaltet sich die multimodale mathematische Interaktion potenziell mathematisch begabter Lernender im Vergleich zur altersgleichen Lerngruppe bei der Beschäftigung mit einem mathematisch anregenden Lernangebot?
  • Inwieweit unterscheiden sich dabei Nutzung und Funktion verschiedener Ausdrucksmodi?
  • Wie gestaltet sich der Zusammenhang von multimodaler Realisierung und mathematischem Arbeiten? 

Kooperationspartnerin:

Dr. Lara Billion, Universität Münster 

Ansprechpartnerin:

Prof. Dr. Melanie Huth, BU Wuppertal