Frühjahrstagung des AK "Affekt, Motivation & Beliefs" 2026 an der Universität zu Köln
Wegbeschreibung
Infos
Unter folgenden LINK können Sie sich bis zum 09.03.2026 zur Frühjahrstagung anmelden. Tagungsgebühren sind im Vorfeld keine zu entrichten, vor Ort steht eine Kaffeekasse.
Programm
| Montag, 23.03.2026 |
| 12:00 - 13:00 Ankommen und Anmelden |
| 13:00 - 14:30 Hauptvortrag von Andreas Eichler (Kassel) |
| 13:30 – 15:00 Kaffepause (Raum F.12.08) |
| 15:00 – 16:00 Vortrag Hans Richter & Sebastian Geisler (Potsdam) „Merkmale von Studierenden und Vorlesungen als Bedingungsfaktoren für Motivation und Studienzufriedenheit im Mathematikstudium“ Der Übergang von der Schule in ein Mathematikstudium stellt viele Studierende vor große Herausforderungen und geht mit hohen Abbruchquoten einher. Dieser Übergang ist häufig mit veränderten Anforderungen verbunden, die motivationale Probleme begünstigen können. Bisherige Studien zeigen, dass geringe Motivation und niedrige Studienzufriedenheit relevante Einflussfaktoren für die Abbruchsentscheidung von Studierenden darstellen. Die im Vortrag vorgestellte Studie untersucht daher die Motivationsentwicklung und Studienzufriedenheit von Studierenden im ersten Fachsemester. Im Sinne der Person-Umwelt-Passung werden dabei sowohl Studierendenmerkmale (Interesse und Selbstkonzept) als auch Merkmale von Mathematikvorlesungen berücksichtigt. In einer quantitativen Längsschnittstudie, die am Ende des Projekts etwa N = 30 Vorlesungsreihen umfassen soll, wird analysiert, wie diese Merkmale die Motivationsentwicklung und Studienzufriedenheit beeinflussen. Im Vortrag werden Einblicke in den Aufbau und die Methodik der Studie gegeben; darüber hinaus werden erste Forschungsergebnisse berichtet. |
| 16:00 – 16:15 Kaffeepause |
| 16:15 - 17:15 Vortrag Farhad Razeghpour, Katrin Rolka & Michael Kallweit (Bochum) „Nutzung von Guiding Feedback durch Studierende – Eine Untersuchung der Feedback Literacy bei der Bearbeitung einer Mathematikaufgabe“ Feedback zählt zu den zentralen Einflussfaktoren effektiven Lernens, weist jedoch laut Studien eine hohe Variabilität in seiner Wirksamkeit auf (Hattie, 2009). Sein positiver Einfluss hängt maßgeblich davon ab, inwieweit Lernende fehlerhafte Bearbeitungen reflektieren und zielgerichtete Korrekturmaßnahmen umsetzen. Dieser Prozess wird als Feedback Processing und die hierfür notwendigen Kompetenzen als Feedback Literacy bezeichnet (Carless & Boud, 2018; Narciss, 2012). Die informative tutorielle Feedbackstrategie Guiding Feedback bietet einen vielversprechenden Ansatz, diesen Prozess zu fördern (Razeghpour, 2024a). Bei dieser Feedbackstrategie erhalten Lernende zu mathematischen Aufgaben fehlerspezifische Hinweise zu ihren Bearbeitungen sowie die Möglichkeit, die Aufgaben schrittweise in sogenannten Aufgabenschleifen zu bearbeiten. Während bisherige Forschung zu informativem tutoriellen Feedback (Narciss et al., 2014; Narciss & Huth, 2006) und speziell zu Guiding Feedback (Razeghpour, 2024b; Razeghpour & Rolka, im Review) überwiegend quantitative Befunde lieferte, bestehen deutliche Lücken in Bezug auf qualitative Analysen des Umgangs der Lernenden mit Feedback (Narciss & Zumbach, 2023). Die vorliegende Studie adressiert diese Lücke, indem sie die Feedback Literacy von Studierenden bei der Bearbeitung einer digitalen Mathematikaufgabe untersucht. Hierfür wurden 26 Studierende aus einem mathematischen Kurs fokussiert, die beim Erstversuch scheiterten und daher Guiding Feedback erhielten. Während der Bearbeitung äußerten die Studierenden ihre Gedanken im Rahmen der Methode des Lauten Denkens, wobei ihre Sprachäußerungen und Bildschirmaktivitäten aufgezeichnet wurden. Anschließend beantworteten sie vier Freitextfragen zur Erhebung ihrer Feedback Literacy. Die Freitextantworten wurden quantifiziert und zu einem individuellen Feedback Literacy Score (FLS) zusammengeführt. Unter Einbezug des späteren Lösungserfolgs wurden drei Cluster gebildet: 1) hoher FLS und erfolgreicher Aufgabenabschluss (n = 15, FLS = 1.68), 2) niedriger FLS und fehlerhafter Aufgabenabschluss (n = 6, FLS = 0.86) sowie 3) hoher FLS trotz fehlerhaften Aufgabenabschlusses (n = 5, FLS = 1.65). Aus jedem Cluster wurde eine Untersuchungsperson ausgewählt, deren Laut-Denk-Protokoll mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz ausgewertet wurde. Diese Einzelfallanalysen liefern detaillierte Einblicke in kognitive Prozesse und Strategien während der feedbackgestützten Aufgabenbearbeitung. Sowohl die Freitextantworten als auch die Laut- Denk-Protokolle zeigen, dass Guiding Feedback eine tiefgehende Auseinandersetzung mit Feedback ermöglicht. |
| 17:15 - 18:00 Angelegenheiten des AK |
| Ab 19:00 gem. Abendessen (Selbstzahler) |
| Dienstag, 24.03.2026 |
| 08:30 – 09:00 Ankommen und Begrüßung |
| 09:00 – 10:00 Laura Schmidt (Köln), Janina Krawitz (Köln) & Thomas Götz (Wien) „Emotionen beim Bearbeiten innermathematischer und realitätsbezogener Aufgaben bei Lernenden mit Mathematikschwierigkeiten: Eine Facial-Expression-Analysis-Studie“ Emotionen sind nach der Control-Value Theory (Pekrun, 2006) zentrale Prädiktoren für Motivation und Leistung beim Lernen von Mathematik. Gerade bei Schüler:innen, die Schwierigkeiten in Mathematik haben, können negative Emotionen zusätzlich demotivieren und positive Emotionen eine besonders wichtige Rolle spielen, um die Motivation zu steigern und Lernprozesse förderlich zu gestalten. Realitätsbezogene Aufgaben bieten für solche Lernenden die Möglichkeit, ihr Alltagswissen zu integrieren (Wert) und über das Treffen von Annahmen stärkeren Ein-fluss auf den Lösungsprozess zu gewinnen (Kontrolle), was das Erleben positiver Emotionen begünstigen könnte. Andererseits stellen realitätsbezogene Aufgaben besondere Anforderungen an die Lernenden, was zu Überforderung und dem Erleben negativer Emotionen führen könnte. Empirische Befunde zum emotionalen Erleben während der Bearbeitung liegen für diese Aufgabentypen bislang nicht vor. Der Vortrag stellt erste Ergebnisse einer Studie vor, die mithilfe der computergestützten Analyse von Gesichtsausdrücken (Facial-Expression-Analysis) das emotionale Erleben von Schüler:innen mit Mathematikschwierigkeiten beim Bearbeiten von realitätsbezogenen im Vergleich zu innermathematischen Aufgaben untersucht. Ziel der Studie ist es, Unterschiede im emotionalen Erleben zwischen den beiden Aufgabentypen zu identifizieren und zu prüfen, inwiefern die mit Facial-Expression-Analysis erfassten Emotionen mit Selbstauskünften (aufgabenspezifisch mit Fragebögen erfasst) abweichen. Dafür werden in einem experimentellen Design die Emotionen von Sechst- und Siebtklässler:innen mit Mathematikschwierigkeiten beim Bearbeiten realitätsbezogener vs. innermathematischer Aufgaben systematisch verglichen. |
| 10:00 - 10:45 Postersession mit Kaffeepause |
| 10:45 – 11:45 Vortrag Silke Neuhaus-Eckhard (Würzburg) „Nützlichkeitsüberzeugungen für vorgegebene Beweise als Lerngelegenheiten“ |
| 11:45 – 12:15 Abschlussdiskussion |
| Danach: gem. Mittagessen (Selbstzahler) |