Didaktik und Geschichte der Mathematik

Bergische Universität Wuppertal

Forschungsgruppe Huth

Willkommen auf der Seite der Forschungsgruppe von Prof. Dr. Melanie Huth

Forschungsmethodische Ausrichtung

Das empirische Interesse der Arbeitsgruppe richtet sich auf das Mathematiklernen im Kindergartenalter bis in die Grundschule. 

Forschungsmethodisch orientieren wir uns an qualitativen Methoden der Interpretativen Unterrichtsforschung. Leitend sind die Interaktionstheorie mathematischen Lernens und die Semiotik nach C. S. Peirce. Mathematiklernen verstehen wir dabei als einen sozialen und interaktiven Prozess, der von gemeinsamer Bedeutungsaushandlung und der Eingebundenheit in einen mathematischen Diskurs mit und über Zeichen geprägt ist. 

Leitlinien unserer Lehrveranstaltungen

In der Lehre geht es uns um die Verbindung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und unterrichtlicher Praxis. Studierende sollen mathematische Inhalte theoriegeleitet und im Austausch mit anderen erarbeiten können und aus dem eigenen Auseinandersetzungsprozess passende mathematische Lernangebote konzipieren, die sie mit Lernenden in einem geschützten Rahmen erproben können. In den Lehrveranstaltungen begleiten und reflektieren wir die Erprobungen konstruktiv und entwickeln gemeinsam sich bewährende Konzepte und mögliche Alternativen für die unterrichtliche Praxis.

Multimodalität beim Mathematiklernen

Wenn Kinder sich mit mathematischen Fragen beschäftigen, nutzen sie vielfältige Ausdrucksweisen, um ihre mathematischen Ideen hervorzubringen: Sie sprechen, schreiben, handeln, gestikulieren – und das alles in einem komplexen Zusammenspiel. Dies gilt es mit Blick auf die mathematische Denkentwicklung zu erforschen, um besser verstehen zu können, welchen Einfluss die Verwendung multimodaler Ausdrucksweisen auf das Lernen und Lehren von Mathematik hat. 

Im Forschungsschwerpunkt Multimodalität interessiert, ausgehend von den Gesten und deren Zusammenspiel mit anderen Ausdrucksmodi, wie Gesten, Lautsprache, Handlungen und schriftlichen Darstellungen beim Lernen und Lehren von Mathematik verwendet werden und welche Bedeutung diese Multimodalität für den mathematischen Lernprozess hat. 

Mathematisches Interesse und Begabung

Mathematische Begabung wird in mathematikdidaktischen Ansätzen als ein dynamisches Potenzial verstanden. Sie zeigt sich mutmaßlich zuallererst an einem gesteigerten mathematischen Interesse, das sich nicht unbedingt mit schulischen Inhalten decken muss. In der konkreten Interaktion ist sie darüber hinaus auch situatives Konstrukt aller daran Beteiligten (Familie, Schule, Schulorganisation, Gesellschaft). Sie bringen gemeinsam hervor, was sie unter potenzieller mathematischer Begabung verstehen. Schule und Familie nehmen in diesem Prozess wichtigen Einfluss auf Gelingensbedingungen der Begabungsentfaltung. 

Im Forschungsschwerpunkt mathematisches Interesse und Begabung beschäftigen wir uns daher mit der Konstruktion von mathematischer Begabung in verschiedenen Lebensumwelten von Lernenden im Vorschul- und Grundschulalter. Der Blick richtet sich zudem auf die analoge und digitale Begabungs- und Begabtenförderung aller Lernenden. Es interessiert, welche Vorstellungen die Beteiligten von mathematischer Begabung haben und wie sie diese auf den unterschiedlichen Ebenen der sozialen und institutionellen Kontexte gemeinsam konstruieren.